Christiane Kuby


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Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
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Christiane Kuby

Christiane Kuby, 1952, geboren in Frankfurt, dreisprachig aufgewachsen in Luxemburg (D-Fr-L), seit ihrem 18. Lebensjahr in Amsterdam. Studierte dort Romanistik und Gemanistik, arbeitete für die deutschsprachige Stiftung Castrum Peregrini und für niederländische Literaturzeitschriften. Seit 1997 selbstständige literarische Übersetzerin aus dem Niederländischen, 2013 wurde sie für ihre Übersetzung von Erwin Mortiers Roman Godenslaap (Götterschlaf) mit dem Else-Ottenpreis ausgezeichnet, 2015 für ihr übersetzerisches Gesamtwerk mit dem Martinus Nijhoffpreis.

Aktuelle Übersetzungen in Zusammenarbeit mit Co-Übersetzer Herbert Post sind: Peter Terrin, Monte Carlo (Berlin Verlag), Jeroen Brouwers, Das Holz (weissbooks) und Nescio, Das Werk (Suhrkamp). Sie ist Redakteurin und Mitarbeiterin der niederländischsprachigen Übersetzerzeitschrift Filter.

Übersetzte Bücher

Wär mein Klavier doch ein Pferd - Erzählungen aus den Niederlanden
Edition Fünf, 2016
Übersetzung von Bettina Bach, Helga van Beuningen, Anna Carstens, Doris Hermanns, Andrea Kluitmann, Christiane Kuby




Lakonisch, direkt, mit einem klaren Blick für die Absurditäten des Lebens erzählen die Autorinnen aus dem Land an der Nordsee. Knapp und eigenwillig, aus oft schräger Perspektive richten sie den Blick auf das Persönliche, das immer auch geprägt ist durch die Historie: die nationalsozialistische Besatzungszeit und deren Nachbeben etwa oder das Verhältnis zu den ehemaligen Kolonien in Südostasien. Im Zentrum ihrer Geschichten stehen Schlüsselmomente der Kindheit, Brüche und Weichenstellungen im Erwachsenenleben, Dramen, die an den Grundfesten des Daseins rütteln.

Die Nahaufnahmen aus über hundert Jahren niederländischer Literatur beleuchten höchst unterschiedliche Situationen – manchmal alltägliche, manchmal skurril-komische, manchmal tragische Momente – und haben doch einen gemeinsamen Tenor: Sie alle loten auf ihre Weise die Grenze zwischen dem Ich und der Außenwelt aus und fragen, wo die Wahrung des Eigenen in Intoleranz mündet. Das Bild, das sie dazu von unserem Nachbarland, den Niederlanden, zeichnen, ist uns vielleicht ähnlicher, als man auf den ersten Blick vermuten mag.