Adriaan van Dis


© Annaleen Louwes
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Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
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Adriaan van Dis

Adriaan van Dis, 1946, Bergen. Schriftsteller, Fernsehmoderator.

Adriaan van Dis wuchs in dem niederländischen Dorf Bergen auf. Seine Eltern und die älteren Halbschwestern waren zuvor in Indonesien (damals Niederländisch-Indien) ansässig, wo sie unter der japanischen Besatzung zu leiden hatten. 1983 erschien sein erstes viel beachtetes Buch, die Novelle Nathan Sid. Es folgten mehrere Reiseromane, u.a. Het beloofde land (1990) und In Afrika (1991). Der literarische Durchbruch gelang van Dis mit dem mehrfach preisgekrönten Roman Indische duinen (1994) über den in den Niederlanden geborenen Sohn einer Familie aus Niederländisch-Indien, dessen Kindheit von verschwiegenen Leid geprägt ist. In den Werken Zilver (1988) und Dubbelliefde (1999) thematisiert er das homosexuelle Coming-out der Protagonisten. Mit den Romanen Familieziek (2004), De wandelaar (2007) und Tikkop (2010) überzeugte er nicht nur die Kritik, sondern fand auch eine große Leserschaft. Im Herbst 2014 brachte er mit Ik kom terug einen autobiografischen Roman über die komplizierte Beziehung zu seiner Mutter heraus, die ihm unter der Bedingung, dass er ihr zu seinem sanften Tod verhilft, ihre Lebensgeschichte anvertraut. Van Dis erhielt dafür den begehrten Librispreis. Und Anfang 2016 wurde er für sein Gesamtwerk mit dem renommierten Constantijn-Huygens-Preis ausgezeichnet. Seine Bücher sind in zahlreiche Sprachen übersetzt worden.

Links

  Übersetzungen   www.letterenfonds.nl   www.adriaanvandis.nl   Atlas Contact   Droemer Knaur

Übersetzte Bücher

Das verborgene Leben meiner Mutter
Übersetzt von Marlene Müller-Haas
Droemer Knaur, 2016
Originaltitel: Ik kom terug (Augustus, 2014)



Van Dis erzählt das Leben seiner Mutter - eine Geschichte, die sie ihm lange verheimlichte, und erst hochbetagt preisgibt. Vor van Dis' Augen entfaltet sich das Panorama eines Lebens zwischen den Niederlanden und Indonesien, zwischen Ohnmacht und Liebe, zwischen Verrat und drei Kriegen. Aber seine Mutter stellt eine Bedingung: Der Sohn darf das Erzählte nur dann veröffentlichen, wenn er ihr einen sanften Tod schenkt: "Du bekommst die Geschichte und ich eine Tablette." Ein ungeschönter Kampf um Vertrauen, Achtung und Ehrlichkeit.
Das verborgene Leben meiner Mutter fesselt von Anfang an und lässt den Leser nicht mehr los. Man taucht ein in die Welt der Hauptfiguren, nimmt mit ihnen einige emotionale Stromschnellen und findet schließlich, zusammen mit dem Autor, zur Gelassenheit angesichts des Todes der Mutter.

Jury des Libris-Literaturpreises