Anna Enquist


© Bert Nienhuis
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Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
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Anna Enquist

1945, Amsterdam.
Lyrikerin. Schriftstellerin. Psychologin


Anna Enquist, eigentlich: Christa Widlund-Broer, studierte Klavier und Psychologie, war Pianistin, arbeitet als Psychologin und zählt zu den beliebtesten Lyrikerinnen und Romanautorinnen der Niederlande. Von ihren mehrfach preisgekrönten Gedichtbänden wurden zehntausende Exemplare verkauft. Wichtige Triebfedern für die Entstehung ihres lyrischen Œuvres sind Streichquartette und Klavierstücke. Ihre autobiografischen Gedichte kreisen stets um die Themen Mutterschaft, Musik und Psychologie; sie sind meist düster und leidenschaftlich und getragen von Emotionen. 2004 veröffentlichte Enquist mit De tussentijd [Die Zwischenzeit] einen Gedichtband über den Verlust ihrer tödlich verunglückten Tochter. 2010 erschien ihr siebenter und jüngster Band Nieuws van nergens [Neues aus Nirgendwo].

Auch ihre Romane waren bei Kritikern und Lesern gleichermaßen erfolgreich und brachten ihr diverse Nominierungen und Preise ein, unter anderem den Debütantenpreis voor Het meesterstuk [Das Meisterstück] (1994), den Niederländischen Publikumspreis voor Het geheim [Das Geheimnis] (1997) und den Prix du Livre Corderie Royale für den historischen Roman De thuiskomst [Die Heimkehr] (2005). 2008 erschien mit Contrapunt [Kontrapunkt] ihr vierter Roman. Er handelt von einer Frau, die die Goldberg-Variationen von Bach spielen lernt, um nicht an ihrer Trauer zu zerbrechen. Sowohl formal als auch inhaltlich sind diese technisch sehr anspruchsvollen Variationen für den Roman von großer Bedeutung. Enquists Werke wurden in 21 Sprachen übersetzt.

Links

  Übersetzungen   Niederländische Stiftung für Literatur   De Arbeiderspers   Luchterhand

Übersetzte Bücher

Die Eisträger
Klaus Wagenbach Verlag, 2016
Übersetzung von Hanni Ehlers
Originaltitel: De ijsdragers (CPNB, 2002)



Die unterkühlte Ehe von Loes und Nico ist am Ende. Ihre Tochter hat den Kontakt zu ihnen abgebrochen. Nicos neue Aufgabe als Leiter der psychiatrischen Abteilung überfordert ihn. Und wie viel Tonnen Erde Loes auch in ihren neuen Garten schippt: Ihr stilles Haus ist auf Sand gebaut. Verwirrt, haltlos, schweigend schlittern die beiden Partner in eine Tragödie hinein, die für einen von beiden aber auch so etwas wie ein Neuanfang sein könnte.
'Die Eisträger' gehört zu den Büchern, in denen man keinen Satz verpassen sollte.

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