Anneke Brassinga


© Roeland Fossen
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Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
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Anneke Brassinga

1948, Schaarsbergen. Lyrikerin. Prosaschriftstellerin. Essayistin. Übersetzerin.

Brassinga studierte Übersetzungswissenschaft an der Universität Amsterdam und machte sich dann einen Namen als Übersetzerin von Schriftstellern wie Marcel Proust und Vladimir Nabokov. Im Jahr 1987 hatte sie mit dem Band Aurora  ihr Debüt als Lyrikerin und im Jahr 1993 als Romanschriftstellerin mit Hartsvanger. Berühmt sind ihr reicher Wortschatz und ihre sprachliche Virtuosität. Sprache ist auch ein Thema ihrer sehr persönlichen und eindringlichen Poesie. Sie kann nahtlos von einem Thema zum anderen springen und liebt, wie sie selbst sagt, lange, mäandrierende Sätze. Brassingas Werk wurde mehrmals ausgezeichnet, sie erhielt den VSB Poesiepreis und, für ihr Gesamtwerk, den P.C. Hooft-Preis. 2015 lebte sie im Rahmen eines DAAD-Programms als Gastautorin in Berlin. Die Zeitschrift Schreibheft widmete ihrem Werk ein Dossier. 2016 erscheint eine Auswahl aus ihrem Schaffen bei Matthes und Seitz.

Links

  Poetry at the Lesezelt: Anneke Brassinga, Oswald Egger and others   One on One: Anneke Brassinga   Wordküsten und Sprachpolder   Übersetzungen   De Bezige Bij   Matthes & Seitz

Übersetzte Bücher

Fata Morgana, dürste nach uns
Matthes & Seitz, 2016
Übersetzung von Ira Wilhelm
Originaltitel: Een selectie uit "Wachtwoorden: verzamelde, herziene gedichten, 1987-2015” (De Bezige Bij, 2015)


Anneke Brassingas Gedichte umkreisen ein zentrales Paradox unserer menschlichen Existenz : nichts weiter zu sein als ein Stück Materie – und doch mit dem Vermögen begabt, uns einen Gott zu erfinden, eine Seele. Unsere Sehnsucht, der Welt Bedeutung einzuhauchen, ihr Sinn zu verleihen – im Wissen um die Unzulänglichkeit dieser Daseinsillusion. Alles in Annek Brassingas Dichtung rührt von hier her : dem Impetus, dem unvergeudeten Reichtum unserer Sehnsüchte Raum zu verleihen. Die überbordende Fülle des Glücks, des Glanzes zu preisen – im Wissen um ihr Nichtvorhandensein. Und das unauflösbare Spannungsfeld zwischen den nackten Tatsachen und der Unendlichkeit im Kopf auszuhebeln, allein durch die lebendige Wirklichkeit und Kraft der Sprache. Dabei gelingt ihr eine Feier der Sprache in irisierender Fülle – vermittels Beschreibungen der Natur, der Liebe, der Erotik, der Musik. Anneke Brassingas Werk ist in Sprache verwandelte Ek-Stase. Und »das klopfende Herz des Textes« sein Tier.