Bart Moeyaert


© Gert Mothes
}
Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
EN NL DE

Bart Moeyaert

1964, Brügge. Schriftsteller. Übersetzer. Theaterautor.

Nach seiner Ausbildung als Lehrer für Niederländisch, Geschichte und Deutsch entschied sich Bart Moeyaert sehr schnell, Autor zu werden. Bereits mit sechzehn Jahren hatte er sein erstes Buch geschrieben – drei Jahre später wurde es seine erste Veröffentlichung: Duet met valse noten / Leander, Liselot und die Liebe. Gefühle spielen in seinen Büchern immer eine wichtige Rolle, ob sie nun für Leseanfänger  oder für Heranwachsende bestimmt sind. Sein Stil wird oft als sinnlich, klar und poetisch beschrieben. Und er ist bekannt dafür, wie überzeugend die oft bedrückende und unheilvolle Atmosphäre in seinen Büchern wirkt. Für sein Werk erhielt er bereits  verschiedene Preise. 2014 übertrugen ihm die „Niederländische Literaturstiftung“ und der „Flämische Literaturfonds“ die Aufgabe des künstlerischen Direktors für das Projekt Frankfurt 2016: Flandern und die Niederlande treten gemeinsam als Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse 2016 auf. Moeyaerts Werk wurde bereits in neunzehn Sprachen übersetzt.

Links

  http://bartmoeyaert.tumblr.com   www.bartmoeyaert.com   www.auteurslezingen.be   www.luftschacht.com   VFL Vlaams Fonds voor de Letteren   Querido

Übersetzte Bücher

Graz
Luftschacht, 2013
Übersetzung von Doris Mayer
Originaltitel: Graz (Querido, 2009)


















Hermann Eichler führt die Apotheke seiner verstorbenen Eltern in Graz. Er macht das souverän, gibt zu jeder Pille einen guten Rat – so hat er es von seinem Vater gelernt – und kann an den verlangten Medikamenten die Jahreszeiten bestimmen. Nur wenn es um ihn selbst geht, weiß er nicht weiter und hat das Gefühl, nicht Herr über sein eigenes Leben zu sein. Bis eines Nachts vor seiner Tür ein Unfall passiert. Eichler sieht das Fahrrad liegen, dann das Mädchen daneben. Und er macht sich auf den Weg: durch die Stadt, hin zu einer radikalen Einsicht.

Der Flame Bart Moeyaert, für seine Kinder- und Jugendbücher vielfach ausgezeichnet, legt mit Graz sein Prosadebüt für Erwachsene vor und lässt damit die Gattung der Novelle aufs Schönste aufglühen. Der Spaziergang Eichlers durch das winterliche Graz in einer Nacht aus Schnee und Wind und Licht gerät nicht nur zu einer Hommage an die Stadt, sondern auch zu einer Parabel über Erinnerung, Liebe, Einsamkeit.
Noch die letzten Sätze sind von jener leisen Melancholie durchzogen, die Bart Moeyaerts Prosadebüt für Erwachsene zum bemerkenswerten, gänzlich unprätentiösen Stück Literatur machen.

Markus Huber, FAZ

Auf knapp über 100 Seiten beschreibt Moeyaert Straßen, Gassen, Winkel und Plätze der Stadt so eindrücklich, dass man auch als langjähriger Bewohner der Stadt staunen muss.

Haubentaucher

Er schreibt klar, es gibt kein Pathos, aber unverstellte Traurigkeit, in die sich manchmal auch diese Prise Komik des Unbeholfenen mischt.

Carola Ebeling, taz