Douwe Draaisma


© Sake Elzinga
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Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
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Douwe Draaisma

1953, Nijverdal. International gefeierter Non-Fiction Autor. Gedächtnis-Experte.

Douwe Draaisma ist außerordentlicher Professor für die Geschichte der Psychologie an der Universität Groningen. Er veröffentlichte De metaforenmachine/Die Metaphernmaschine und das preisgekrönte Waarom het leven sneller gaat als je ouder wordt/Warum das Leben schneller vergeht, wenn man älter wird, das mehr als 100.000 mal verkauft worden ist. Über das autobiografische Gedächtnis schrieb Draaisma später noch De heimweefabriek (2008)/Die Heimwehfabrik und Vergeetboek (2010)/Das Buch des Vergessens. In De dromenwever (2013) widmete er sich intensiv dem Thema Träume. Sein neues Buch Halve waarheden, over herinneren en vergeten, wird im Herbst 2016 erwartet und erscheint gleichzeitig auf Niederländisch und auf Deutsch. Draaismas Werk wurde sowohl mit literarischen als auch wissenschaftlichen Preisen ausgezeichnet und in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt.

Links

  http://douwedraaisma.nl/de/books   Niederländische Stiftung für Literatur   Übersetzungen   Historische Uitgeverij   Galiani Berlin

Übersetzte Bücher

Halbe Wahrheiten. Vom seltsamen Eigenleben
unserer Erinnerung

Galiani, 2016
Übersetzung von Verena Kiefer
Originaltitel: Halve waarheden (Historische uitgeverij, 2016)


















Sie glauben, die Vergangenheit sei die Summe Ihrer Erinnerungen? – Weit gefehlt! Die meisten von uns meinen noch genau zu wissen, wo sie waren und was sie gerade taten, als sie von 9/11, vom Tod John F. Kennedys oder Lady Dianas erfuhren. Selten entsprechen diese „Blitzlichterinnerungen“ an Schockmomente jedoch der Wahrheit. Sie haben sich erst mit der Zeit geformt. Erinnerungen werden durch spätere Ereignisse um- und überschrieben. Dieselben Ereignisse der Vergangenheit erhalten plötzlich eine andere Bedeutung. Lange Vergessenes taucht wie aus dem Nichts auf und fügt sich zu einem neuen Bild. Draaisma zeigt, dass Erinnerungen höchstens Versionen der Vergangenheit bieten und folglich nur „halbe Wahrheiten“ sein können. Mit Blick auf eine „Vergessenspille“, wie sie beispielsweise in der Traumatherapie erforscht wird, fragt er auch nach der Rolle der Erinnerung für unsere Identität. Angenommen, unsere Erinnerungen sind identitätsstiftend: Was geschieht, wenn sich diese Erinnerungen verändern oder sogar vergessen werden?


An diesen Autor werden wir uns noch lange erinnern.

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