Erwin Mortier


© Lieve Blancquaert
}
Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
EN NL DE

Erwin Mortier

1965, Nevele. Schriftsteller. Übersetzer.

Über den Dichter und Prosaschriftsteller Erwin Mortier heißt es, dass er sich bereits in seinem Debüt als „fertiger“ Schriftsteller offenbart habe. Mit dem mehrfach ausgezeichneten und für verschiedene Literaturpreise nominierten Debütroman Marcel (1999) setzte er den Ton für sein konsistentes Oeuvre, das eine Faszination für den Ersten Weltkrieg zeigt. Mortier erzählt den „Großen Krieg“ in kleinen Geschichten. Weit ausholende Sätze und eine unmodern reiche, barocke Sprache sind Mortiers Handschrift. Hatte man Marcel, Mijn tweede huid (2000, auf Deutsch: Meine zweite Haut) und Sluitertijd (2002, auf Deutsch: Belichtungszeit), die zusammen eine Trilogie der Jugend bilden, mit Streichquartetten verglichen, war bei dem phänomenalen Bestseller Godenslaap (2008, auf Deutsch: Götterschlaf) das Wort „Sinfonie“ zu hören. In De spiegelingen (Die Spiegelungen, 2014) liegt der Fokus auf dem angeschlagen aus dem Krieg heimkehrenden Edgar, dem Bruder von Helena aus Godenslaap, und dessen quälenden Erinnerungen an den Krieg und an die Liebe. Mortiers Werk wurde in über zehn Sprachen übersetzt.

Links

  http://www.erwinmortier.be   Niederländische Stiftung für Literatur   Übersetzungen   De Bezige Bij   Dumont

Übersetzte Bücher

Götterschlaf
Dumont Verlag, 2010
Übersetzung von Christiane Kuby
Originaltitel: Godenslaap (De Bezige Bij, 2008)


























Der neunzigjährigen Helena drängen sich die Bilder ihres Lebens auf. Eine letzte Inventur, die sie in der Obhut ihrer Pflegerin Rachida vornimmt. Orte suchen sie im Halbschlaf auf, Requisitenkammern vom Schauspiel ihrer Existenz. Da ist die Kindheit in Flandern, in der sie nur handarbeiten und Konversation betreiben durfte. Oder die Jahre des Ersten Weltkriegs kehren wie ein Echo zu Helena zurück. In ihren Reflexionen über Zeit, Erinnerung, soziale Klasse, Krieg und Liebe entsteht die exemplarische Geschichte eines Frauenlebens im 20. Jahrhundert. ›Götterschlaf‹, Erwin Mortiers hochgelobter und vielfach ausgezeichneter Roman, spielt auf der Grenze zwischen großer Geschichte und kleinem Menschenleben, zwischen Sprache und Welt, Fantasie und Wirklichkeit. Zu entdecken ist ein Autor von europäischem Rang, der in seiner Heimat längst die Bestsellerlisten anführt.
Vielschichtig ist ein zu blasses Wort für diesen subtilen, geistvollen Roman, der die Zeitebenen souverän mischt, ohne dem Leser den Faden aus der Hand zu schlagen.

Buchmarkt

Mit seinem Roman zeigt Mortier eindrucksvoll, wie eine kleine und enge Welt in den Bann der großen Geschichte gerät.

Buchjournal

Ein Buch zum Staunen. Es führt uns tiefin den Alltag des Ersten Weltkrieges hinein, und dies so eindrucksvoll, als habe der Autor jene Zeit selbst erlebt. (…) Dieser Roman ist eine exemplanische Geschichte vom Ursprung des Schreckens des zwanzigsten Jahrhunderts.

FAZ