Jan De Leeuw


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Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
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Jan De Leeuw

1968, Aalst. Schriftsteller. Psychologe. Schläft gerne lang und liest gern im Bett.
Jan De Leeuw schrieb zunächst für Erwachsene und fürs Theater. Mit seinen ersten zwei Jugendromanen, Vederland (2004) / Das Schweigen der Eulen und Het Nachtland (2005) / Nachtland holte er sich aber gleich zwei wichtige Preise. Das Werk von De Leeuw wird von einer sehr nuanciert ausgearbeiteten Personage bestimmt – oftmals Jugendliche, die auf der Suche sind, die zweifeln. Er schreibt vielschichtige Erzählungen und experimentiert gerne mit Form, Stil und Erzählperspektiven. In Nachtland vermischt er Fantasie und Realität. In Bevroren kamers (2009) / Schrödinger, Dr. Linda und die Leiche im Kühlhaus führt er einen Erzähler ein, der unverblümt zugibt, eine papierne Person zu sein. Und im faszinierenden Babel (2015), das in eine dystopische Atmosphäre getaucht ist, kann man niemandem vertrauen; in diesem Buch scheut er sich nicht, auch große Themen wie Religion, Aberglaube und Terrorismus aufzugreifen. De Leeuw ist eine unverwechselbare Stimme in der niederländischsprachigen Jugendliteratur. Seine Geschichten gehen unter die Haut, sie hinterlassen einen unauslöschlichen Eindruck, und immer macht man intensive Leseerfahrungen. Sein Werk wurde in mehr als fünf Sprachen übersetzt.

Links

  New wave: Kathleen Vereecken & Jan De Leeuw   Übersetzungen   home.scarlet.be   www.auteurslezingen.be   Davidsfonds Uitgeverij   Gerstenberg

Übersetzte Bücher

Eisvogelsommer
Übersetzung von Rolf Erdorf
Gerstenberg, 2016
Originaltitel: Vijftien wilde zomers (Davidsfonds / Infodok, 2012)























Leseprobe

Der letzte Sommer war der schönste: Der Sommer, in dem Thomas Orphee kennenlernt, seine wilde, schöne Orphee, seine erste, einzige, große Liebe. Eine Liebe so absolut und überwältigend, wie nur die erste Liebe es sein kann. Aber dann kommt Thomas bei einem Unfall um und Orphee bleibt allein zurück. Doch solange Orphee, seine Eltern und auch sein Großvater sich nicht von ihm verabschieden können, solange bleibt Thomas unter ihnen - unsichtbar, aber nicht weniger präsent denn als Lebender ... Thomas erzählt aus dem Off seine Geschichte, die untrennbar mit den Geschichten seines Großvaters, seiner Eltern und seiner Liebe Orphee verbunden ist. Und verwebt all diese Lebensgeschichten zu einer einzigen Erzählung voller Poesie und großer Kraft. Einer Erzählung, die die eine große Frage stellt: Was bleibt von der Liebe im Angesicht des Todes?
Voller Poesie und großer Kraft.

Deutschlandfunk

Ein großes Buch über den Umgang mit Verlusten … Dass mit "Eisvogelsommer" wieder ein Buch von Jan De Leeuw ins Deutsche übertragen wurde, ist ein großes Glück. Denn De Leeuw schreibt in kunstvoller Prosa; poetisch, anschaulich und voll stimmiger Bilder … "Eisvogelsommer" ist am Ende vor allem ein Buch, das Hoffnung macht. Ein Buch, das nicht nur junge Leser mit voller Wucht den elementarsten Fragen aussetzt.

DIE ZEIT