Kees van Beijnum


© Keke Keukelaar
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Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
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Kees van Beijnum

1954, Amsterdam.
Journalist. Szenario-Schreiber. Romancier.


Kees van Beijnum gab sein Debüt 1991 mit dem True-crime-Roman Over het IJ. Darauf folgte eine stetige Romanproduktion und Van Beijnum entwickelte sich zu einem der besten literarischen Erzähler niederländischer Sprache. Der autobiografische Roman Dichter op de Zeedijk (1996) und der verliebte De oesters van Nam Kee (2000) bilden Höhepunkte in seinem Werk. Van Beijnum, der auch Film-Szenarios schreibt, hat ein scharfes Auge für die Gesetze einer guten Erzählung. Er spielt mit seinen Figuren kein intellektuelles Spiel, sondern gibt ihnen ein warmes, schlagendes Herz und empfindsame, aufmerksame Sinne. Obwohl seine Romane ernüchternde Wahrheiten schildern, darunter besonders De vrouw die alles had (2002), ein Mutter-Sohn-Drama und Het verboden pad (2004) über die Abgründe der Sozialfürsorge, scheint man beim Lesen, wie bei manchen Filmen, eine Läuterung zu erfahren. „Du musst deine Figuren lieben, aber du musst sie auch an den Rand des Abgrunds führen“, sagt Van Beijnum in einem Interview. „Das macht doch das wahre Drama aus, die Wahrheit und der Schmerz.“ Sein zuletzt publizierter Roman De offers (2014) ist ein historischer Roman über einen niederländischen Richter, der nach dem Zweiten Weltkrieg nach Japan geschickt wird, um dort über Kriegsverbrecher zu urteilen. Unter dem Titel Die Zerbrechlichkeit der Welt erscheint der Roman im Oktober 2016 in Deutschland.

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Übersetzte Bücher

Die Zerbrechlichkeit der Welt
C. Bertelsmann Verlag, 2016
Übersetzung von Hanni Ehlers
Originaltitel: De offers (De Bezige Bij, 2014)
























Tokio 1946: Der Richter Rem Brink ist vom niederländischen Außenministerium zu den sogenannten Tokioter Prozessen gesandt worden, um mit den Siegermächten die japanischen Kriegsverbrechen aufzuarbeiten. Brink ist sich seiner besonderen Verantwortung bewusst, sucht gleichzeitig aber auch Zerstreuung in einer Liaison mit der jungen Sängerin Michiko. Durch sie lernt er eine ganz andere, faszinierende Seite Japans kennen. Doch als Michiko ihn um einen Gefallen bittet, der seinen politischen und moralischen Grundsätzen widerspricht, wird die Beziehung auf eine harte Probe gestellt …

Die Zerbrechlichkeit der Welt ist eine ergreifende Liebesgeschichte und ein Roman über kulturelle Fremdheit, Neuanfang, Schuld und Vergebung. Kees van Beijnum bettet dies eindringlich und authentisch in ein weltpolitisch bedeutsames, aber kaum bekanntes Kapitel der Nachkriegszeit ein.
Van Beijnum ist einer der wenigen waschechten niederländischen Erzähler. In seinem Buch diskutiert er Gegenwartsfragen zu Macht und Kolonialismus vor einem faszinierenden historischen Hintergrund. Allein schon deswegen verdient es viel Beachtung.

Coen Peppelenbos - Tzum