Kris Van Steenberge


© Johan Jacobs
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Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
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Kris Van Steenberge

1963, Kontich. Schriftsteller. Bühnenautor. Regisseur. Lehrer.

Kris Van Steenberge debütierte 2013 mit dem Roman Woesten (auf Deutsch: Verlangen). Die Geschichte spielt Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Es waren die Geschichten seines Großvaters über den Ersten Weltkrieg, die ihm die nötige Inspiration für sein Debüt gaben. Presse und Publikum in den Niederlanden und Flandern waren von Woesten sofort hellauf begeistert. Das Buch erhielt denn auch mehrere Auszeichnungen, die Filmrechte sind ebenfalls schon verkauft. Im September 2016 erscheint sein zweiter Roman, Blindelings (Blindlings). Die deutsche Übersetzung von Woesten erscheint ebenfalls 2016, die spanische und die afrikaanse 2017.

Links

  http://www.krisvansteenberge.be/   Flämische Literaturfonds   Übersetzungen   Podium   Vrijdag   Klett-Cotta

Übersetzte Bücher

Verlangen
Klett-Cotta Verlag, 2016
Übersetzung von Waltraud Hüsmert
Originaltitel: Woesten (Vrijdag, 2013)



Leseprobe

Elisabeth, die Tochter des Schmieds, sehnt sich danach, ihrem Heimatdorf Woesten zu entkommen. Sie versucht, sich Bildung anzueignen und heiratet den jungen Arzt Guillaume Duponselle. Als kurz darauf Zwillinge zur Welt kommen, ist der Zweitgeborene so entstellt, dass der Vater sich weigert, ihm einen Namen zu geben. Doch Namenlos überlebt und hält fortan dem Vater und den anderen Dorfbewohnern den Spiegel vor.
Das 19. Jahrhundert neigt sich dem Ende zu. In dem kleinen belgischen Dorf Woesten, unweit von Ypern, erwarten das junge Ehepaar Duponselles Zwillinge. Doch die Ehe steht unter keinem guten Stern. Beim erstgeborenen Valentijn geht alles gut, aber das zweite Kind kommt mit einem deformierten Gesicht zur Welt und geht fortan als Namenlos durchs Leben. Als die Brüder heranwachsen, ist Valentijn bei allen beliebt, während die Dorfbewohner und sogar sein eigener Vater nichts mit Namenlos zu schaffen haben wollen. Dann bricht der Erste Weltkrieg aus, und das kleine Woesten liegt mitten im großen Weltgeschehen. Als auch noch Elisabeth ermordet aufgefunden wird, ist für niemanden mehr die Zukunft wie zuvor. Vor der historischen Kulisse des ländlichen Flanderns entfaltet Kris Van Steenberge mit zeitloser Aktualität das psychologisch eindringliche Porträt einer Familie, eines Ortes und einer vergangenen Epoche.
Betörend. Erhellend. Raffiniert. Das stärkste flämische Debüt der letzten Jahre.

De Standaard