Maartje Wortel


© Keke Keukelaar
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Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
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Maartje Wortel

1982, Eemnes.
Schriftstellerin. Kolumnistin. Dozentin.


Maartje Wortel gilt als eine Hauptvertreterin der jungen niederländischen Literatur. Sie studierte Bild & Sprache an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam, veröffentlichte Erzählungen in verschiedenen Literaturzeitschriften und schrieb Kolumnen für das NRC Handelsblad. Für den Erzählungsband Dit is jouw huis (2010) erhielt sie eine Auszeichnung für das beste Debut. Die beiden Romane Half mens und IJstijd wurden für diverse große Literaturpreise nominiert, Half mens mit dem BNG-Literaturpreis ausgezeichnet. Die Volkskrant nannte Maartje Wortel die literarische Hoffnung von 2014 und pries ihre “trockene, komische Erzählstimme, die mehr weglässt, als erzählt”. Ende 2015 erschien ihr jüngstes Werk, der Erzählungsband Er moet iets gebeuren. Ihr Geschichten werden u. A. ins Deutsche, Französische, Englische und Italienische übersetzt.

Links

  http://maartjewortel.nl/   Niederländische Stiftung für Literatur   Übersetzungen   De Bezige Bij   Edition Fünf

Übersetzte Bücher

Wär mein Klavier doch ein Pferd - Erzählungen aus den Niederlanden
Edition Fünf, 2016
Übersetzung von Bettina Bach, Helga van Beuningen, Anna Carstens, Doris Hermanns, Andrea Kluitmann, Christiane Kuby


Lakonisch, direkt, mit einem klaren Blick für die Absurditäten des Lebens erzählen die Autorinnen aus dem Land an der Nordsee. Knapp und eigenwillig, aus oft schräger Perspektive richten sie den Blick auf das Persönliche, das immer auch geprägt ist durch die Historie: die nationalsozialistische Besatzungszeit und deren Nachbeben etwa oder das Verhältnis zu den ehemaligen Kolonien in Südostasien. Im Zentrum ihrer Geschichten stehen Schlüsselmomente der Kindheit, Brüche und Weichenstellungen im Erwachsenenleben, Dramen, die an den Grundfesten des Daseins rütteln.

Die Nahaufnahmen aus über hundert Jahren niederländischer Literatur beleuchten höchst unterschiedliche Situationen – manchmal alltägliche, manchmal skurril-komische, manchmal tragische Momente – und haben doch einen gemeinsamen Tenor: Sie alle loten auf ihre Weise die Grenze zwischen dem Ich und der Außenwelt aus und fragen, wo die Wahrung des Eigenen in Intoleranz mündet. Das Bild, das sie dazu von unserem Nachbarland, den Niederlanden, zeichnen, ist uns vielleicht ähnlicher, als man auf den ersten Blick vermuten mag.
Ein gelungener und anspruchsvoller Einstieg in die von Frauen geschriebenniederländische Literatur, der zum Weiterlesen animiert.

Aviva Berlin