Marcel Ruijters


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Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
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Marcel Ruijters

1966
Comicmacher und Illustrator.

Marcel Ruijters zeichnet schon seit seinem siebten Lebensjahr Comics. Er machte sich einen Namen mit drei Comicalben über die Troglodytes, ein Trollenvolk unter der Erde, und zeigte damit seine Vorliebe für düstere und verunstaltete Wesen. Später feierte er mit Werken, die auf der Kunst und den Geschichten des Mittelalters beruhen, auch seinen internationalen Durchbruch.
Seine mittelalterlichen Holzschnitten nachempfundene Graphic Novel Sine Qua Non (2005) wurde von der Presse gut aufgenommen, und er gewann den VPRO-prijs für Inferno (2008). 2015 erschien Jheronimus (Jheronimus, 2016), eine Graphic Novel über den Maler Hieronymus Bosch. Bosch und Ruijters bilden ein traumhaftes Duo, da Ruijters sich schon immer vom graphischen Reichtum des Mittelalters hat inspirieren lassen und ebenso wie Bosch im Bann von Phantasiewesen, Dämonen und religiösen Personen und Motiven ist. 2015 gewann Ruijters den Stripschapprijs, den wichtigsten Preis für das Gesamtwerk der niederländischen Comicwelt.

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  Übersetzungen   Marcel Ruijters   Dutch foundation for literature   Avant Verlag   Lecturis

Übersetzte Bücher

Jheronimus
Übersetzt von Katrin Herzberg
Avant-Verlag, 2016
Originaltitel: Jheronimus (Lecturis, 2015)


Leseprobe

Die Comic-Biografie zu dem geheimnisvollen mittelalterlichen Teufelsmaler Hieronymus Bosch. Lange Zeit ein Mysterium für die Kunst- geschichte weiß man heute, dass sich hinter dem Signet Bosch der niederländische Maler Jeroen van Aken verbirgt. Wir begleiten den Maler durch das mittelalterliche ‘s-Hertogenbosch und werden Zeuge des Lebens zu jener Zeit. Boschs Umgang mit seinen reichen Kunden und dem Klerus, aber auch das Leben der niederen Stände wird wiedergegeben. Bräuche wie das Saufangen, bei dem Blinde zusammen mit einem Schwein in ein Gatter gesperrt wurden, oder die Zelte, in denen deformierte Menschen, exotische Tiere, aber auch das Zahnziehen zur Schau gestellt wurden.

Die Biografie beginnt in der Werkstatt der Van-Aken-Familie. Dort produzieren die drei Brüder van Aken ihre Gemälde zunächst als Auftragsarbeiten. Die Begegnung mit Allart du Hameel, dem Baumeister der Kathedrale, verändert die Sicht Jeroens. Er fängt an, die traditionellen religiösen Szenen neu zu interpretieren, erschafft eine Vielzahl an Dämonen, Teufeln und bizarren Gestalten, die seine Gemälde bevölkern und die ihre Faszination bis heute ausmachen. Außerdem beginnt er, seine Tafeln zu signieren - für die damalige Zeit höchst ungewöhnlich!


Marcel Ruijters [...] entwirft in seiner Graphic Novel nicht nur die Biographie eines Künstlers, von dessen Privatleben so gut wie nichts bekannt ist, sondern zeigt auch das harte, oft von Entbehrungen, Krankheit und Armut geprägte Leben in einer mittelalterlichen Stadt. Dass er sich bei seinen Darstellungen hinsichtlich Stilistik und Farbgebung an der Kunst dieser Zeit orientiert, macht “Hieronymus Bosch” gleich noch ein wenig aufregender und lesenswerter.

Christoph, Buchbube