Miriam Van hee


© Michiel Hendryckx
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Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
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Miriam Van hee

1952, Gent. Dichterin, Übersetzerin und Dozentin mit Zweitwohnsitz in Frankreich.

Miriam Van hee studierte in Gent Slawistik und übernahm im Anschluss daran eine Slawistik-Dozentur in Antwerpen. Sie übersetzte Lyrikbände von u.a. Anna Achmatowa, Ossip Mandelschtam und Jossif Brodski. Im Jahr 1978 brachte sie unter dem Titel Het karige maal erstmals eigene Gedichte heraus. Für den Band Achter de bergen (1996) wurde sie als erste Frau mit dem alle drei Jahre verliehenen Poesie-Kulturpreis der Flämischen Gemeinschaft ausgzeichnet. Die Jury lobte die suggestive Kraft ihrer Gedichte und die gekonnte Art und Weise, aus Alltagserfahrungen Extrahiertes sphärisch zu erhöhen. Thematisiert wird dabei immer wieder die Entfremdung des Menschen. Van hee bedient sich einer nüchternen, direkten und scheinbar einfachen Sprache, die jedoch voller Musikalität ist. Mittlerweile zählt sie zu den populärsten Dichtern in Flandern und den Niederlanden und wurde mehrfach ausgezeichnet. Auch im Ausland – Gedichte von ihr sind in über zehn Sprachen übersetzt - findet ihr Werk großen Anklang. Dem ersten 1996 erschienenen Gedichtband Het verband tussen de dagen folgten viele weitere, und mit ihrem neuesten Buch Ook daar valt het licht (2013) wurde sie für den VSB-Poesiepreis nominiert.

Links

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Übersetzte Bücher

Der Zusammenhang zwischen den Tagen
Edition Korrespondenzen, 2006
Übersetzung von Gregor Seferens
Originaltitel: Het verband tussen dagen: gedichten 1978-1996 (1998)




















Mit ruhiger, lakonischer Sprache verzeichnet Miriam Van hee in ihren Gedichten Landschaft und Geschichte und kontrastiert deren Verheißungen mit ihrem Verlust und Verfall. Was Halt verspricht, betrachtet sie mit skeptischem Blick und entbeint zielsicher die vertraute Welt von falschen Hoffnungen und Sehnsüchten. Denn Schreiben ist für sie eine Form nachzudenken, ein Versuch, sich über die Welt und sich selbst klarer zu werden.

Das poetische Werk von Miriam Van hee ist ein unaufdringliches Plädoyer für die Vergänglichkeit. Die feinsinnigen, unsentimentalen Bilder der flämischen Dichterin werden in dem Band Der Zusammenhang zwischen den Tagen erstmals in einer autorisierten, repräsentativen Auswahl in deutscher Sprache vorgestellt.
Miriam Van hee ist die größte dichterische Entdeckung der letzten Jahre.