Peter Terrin


© Marco Mertens
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Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
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Peter Terrin

1968, Tielt.
Schriftsteller. Bühnenautor. Schreibmaschinenfan.


Peter Terrin gab nach der Lektüre des Romans Die Dunkelkammer des Damokles von W.F. Hermans seine Stelle als Marmorverkäufer auf und griff zur Feder. 1998 debütierte er mit dem Erzählungsband De Code (Der Code). Sein vierter Roman, De bewaker (Der Wächter, 2009), war sein erster großer Erfolg, 2010 gewann er damit den Europäischen Literaturpreis. Das Buch wurde als „ein sinnlicher Ideenroman, eine beklemmende Allegorie auf die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts“ gelobt. Seinen eigentlichen Durchbruch hatte er jedoch erst 2012 mit dem meisterhaft erzählten und herzzerreißenden Roman Post Mortem, einem mit dem AKO-Literaturpreis ausgezeichneten und umjubelten Werk über Fakten und Fiktion, in dem der Gehirnschlag seiner fast vierjährigen Tochter Renée den Ausgangspunkt bildet. Im Jahr 2014 erschien der Roman Monte Carlo, eine scharfsinnige Betrachtung darüber, was Berühmtheit und Enttäuschung aus einem Menschen machen können. Terrins Stil wird regelmäßig mit dem von Kafka, Bordewijk und Camus verglichen. Seine Bücher wurden bereits in mehr als 15 Sprachen übersetzt.

Links

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Übersetzte Bücher

Monte Carlo
Berlin Verlag, 2016
Übersetzung von Christiane Kuby und Herbert Post
Originaltitel: Monte Carlo (De Bezige Bij, 2014)















Leseprobe

Monaco im Mai 1968. Minuten vor dem Start des Grand Prix. Die Beau Monde tummelt sich zwischen Fahrern und Wagen, so auch die bardothafte Deedee, die Schauspielerin der Stunde. Ein Treibstoffleck verursacht eine höllische Stichflamme, die Deedee verbrannt hätte, wäre nicht Jack Preston, ein einfacher Mechaniker, dazwischen gesprungen, um sie zu schützen. Er erleidet schwerste Verletzungen. Ein Leibwächter zerrt Deedee fort. Prestons Heldentat wird kaum bemerkt. Er kehrt in sein englisches Heimatdorf zurück, wo er für seine Tat zunächst verehrt wird. Doch dann erscheinen Zeitungsberichte, in denen der Leibwächter als Retter gefeiert, und Preston überhaupt nicht erwähnt wird. Er hofft, ein Fernsehinterview mit Deedee werde seine Ehre retten, doch es kommt ganz anders. Ein Roman über Heldentum, den Wunsch nach Anerkennung und die Fragwürdigkeit dessen, was wir für die Wahrheit halten.


Monte Carlo ist eine schnörkellose, unkomplizierte Erzählung, die den Leser mühelos mitreißt und fast fünfzig Jahre in der Zeit zurückkatapultiert, in die mondänen Kreise der Formel 1. Um diese Welt zu erschaffen, hat Terrin seine Worte mit Bedacht gewählt und sorgsam zu einer Fabel verwoben, die durch Einfachheit glänzt, aber das spezifische Gewicht einer universellen Parabel aufweist.

Cobra.be