Peter Verhelst


© Chris Ward
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Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
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Peter Verhelst

1962, Brügge. Dichter. Romancier. Theaterschriftsteller.

Peter Verhelst wusste, dass er Schriftsteller werden wollte, als er sich von seinem Vater ein Buch von Ivo Michiels auslieh. Er hatte sein Debüt 1987 mit dem Gedichtband Obsidiaan (Obsidian), einer Sammlung solider, obsessiver Gedichte, in denen Liebe, Sexualität und Tod eine große Rolle spielen. Im Laufe der 1990er Jahren veröffentlichte Verhelst verschiedene Romane und Theaterstücke. Das breite Publikum erreichte er zum ersten Mal mit seinem Roman Tongkat (Zungenkatze, 1999), für den er mit den bedeutendsten Literaturpreisen im niederländischsprachigen Raum ausgezeichnet wurde. Gemeinsam mit dem Illustrator Carll Cneut schuf er das Kinderbuch Het geheim van de keel van de nachtegaal (2008, auf Deutsch: Das Geheimnis der Nachtigall). Das Duo heimste damit einen Preis nach dem anderen ein. Sein jüngster Roman De kunst van het crashen (Eine handvoll Sekunden, 2015) hat als Ausgangspunkt seine persönlichen Erfahrungen bei einem schweren Verkehrsunfall. Sein Werk wurde in 15 Sprachen übersetzt.

Links

  http://www.peterverhelst.be/   Flämische Literaturfonds   Übersetzungen   Prometheus   Secession

Übersetzte Bücher

Eine handvoll Sekunden
Secession Verlag, 2016
Übersetzung von Stefan Wieczorek
Originaltitel: De kunst van het crashen (Prometheus, 2015)


23. April 2013. Der Autor Peter Verhelst ist auf dem Weg nach Brüssel. Als er einen Lastwagen überholt, löst sich bei diesem ein Reifen. Verhelsts Wagen wird getroffen und überschlägt sich mehrere Male, doch der Schriftsteller bleibt beinahe unverletzt.

Eine handvoll Sekunden ist kein Bericht dieses Unfalls. Wie in einem Raum mit mehreren Bühnen öffnen sich in diesem Augenblick verschiedene Vorhänge gleichzeitig, nacheinander, nebeneinander, ineinander. Die eine Wirklichkeit des Unfalls zersplittert in gleichberechtigte Realitäten ohne Stringenz und Logik. Für Verhelst ist diese existentielle Erfahrung kein religiöses oder philosophisches Erlebnis, sondern eine Erfahrung literarischer Möglichkeiten und Wahrheiten. Sekunden werden zu Jahrhunderten und schrumpfen zu blitzhaften Bruchteilen. Verhelst macht das zu seinem erzählerischen Programm und führt den Leser in eine Welt zwischen den Welten, in eine Zeit zwischen den Zeiten. Was zunächst ohne Zusammenhang scheint, fließt immer mehr ineinander, wiederkehrende Motive drängen an die Oberfläche. Am Ende fügen sich seine atemraubenden surrealen Bilder zu einer großen Reflexion über die Kunst, das Schreiben, das Leben und den Tod.

Eine handvoll Sekunden ist kein geradlinig erzählter Roman, ebensowenig ein hermetisches Experiment. Es ist ein Trip, eine wundersame, stilistisch und sprachlich brillant geschilderte Reise in ein gebrochenes, strahlend schillerndes Jetzt.
Hypnotisch und faszinierend …

Flanders Today

Eine atemraubende und ergreifende Suche nach sich selbst, nach der eigenen Autorschaft.

Humo