Rachida Lamrabet


© Koen Broos
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Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
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Rachida Lamrabet

Sidiboujedain, 1970.
Marokkanische Wurzeln. Schreibt über die multikulturelle Gesellschaft in all ihren Facetten.


Rachida Lamrabet wuchs im vielfarbigen Borgerhout auf und arbeitete als Juristin für das Centrum voor Gelijkheid van Kansen (Zentrum für Chancengleichheit). 2006 wurde sie mit dem Kif Kif literatuurprijs "Kleur de kunst!" für ihre Erzählung Mercedes 207 ausgezeichnet, in der es um einen Mann geht, der häufig zwischen seiner Familie in Marokko und Antwerpen hin und her reist. 2007 erschien mit Vrouwland ihr Debütroman, eine Geschichte über junge Menschen, die von einem besseren Leben träumen. Das Buch wurde 2008 mit dem Debuutprijs von Boek.be unter Beteiligung der Provinz Antwerpen ausgezeichnet. Für ihre Sammlung mit Kurzgeschichten Een kind van God erhielt sie im Januar 2009 den BNG Nieuwe Literatuurprijs 2008. Im selben Jahr erschien im französischen Verlag Seuil Lettre à un garçon du quartier als Teil des Sammelbands Lettres à un jeune Marocain (2009). Lamrabet schrieb auch ein Theaterstück (Belga, ein Auftrag der Theatergruppe 't Arsenaal) und zwei Hörbücher (Kikker und Het meisje en de kat). Im Oktober 2011 erschien ihr zweiter Roman De man die niet begraven wilde worden bei De Bezige Bij Antwerpen. Lamrabet ist marokkanischer Herkunft und betrachtet dies als einen wesentlichen Teil ihrer flämischen Identität. Ihre Figuren sind neue Belgier, die mit sich und ihrer Herkunft zu kämpfen haben, aber sie zeigt auch auf überzeugende Weise, dass die Probleme der multikulturellen Gesellschaft einen sozialökonomischen Hintergrund haben. In diesem Sinn fügt sie sich nahtlos in die flämische Tradition des sozialen Romans ein, wie er etwa von Streuvels, Buysse oder Walschap vertreten wird.

Links

  Flämische Literaturfonds   Übersetzungen   De Bezige Bij   Luchterhand

Übersetzte Bücher

Über die Liebe und den Hass
Luchterhand Verlag, 2012
Übersetzung von Heike Baryga
Originaltitel: Een kind van God (Manteau, 2008)



Ein Marokkaner und eine Belgierin haben sich ineinander verliebt und wollen heiraten. Die Eltern sind zwar nicht davon begeistert, hätten es lieber gesehen, wenn die Kinder sich Partner »in ihren Kreisen« gesucht hätten, aber das junge Paar ist voller Optimismus und Zuversicht – bis der jüngere Bruder der Braut von seinen Freunden angestachelt wird, seine in Computerkriegsspielen bewährte Schlagkraft doch mal in der Realität zu beweisen …

Rachida Lamrabets intensive und eindrucksvolle Erzählungen beleuchten den Alltag unserer von verschiedenen Kulturen geprägten modernen Gesellschaft und zeigen, was alles passieren kann, wenn Afghanen, Türken, Roma oder Nordafrikaner versuchen, in Westeuropa ihre Träume zu leben.
Ein wichtiges und dabei aufrüttelndes Buch voll raffiniert konstruierter Kurzprosa, literarisch ansprechend und politisch brisant.

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