Sanneke van Hassel


© Keke Keukelaar
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Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
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Sanneke van Hassel

1971, Rotterdam. Schauspielerin. Schriftstellerin.

Sanneke van Hassel studierte Theaterwissenschaften und Kulturgeschichte in Utrecht. Sie debutierte 2005 mit dem Erzählungsband IJsregen, der für seine leicht absurde Atmosphäre, den poetischen Stil und die Detailgenauigkeit gelobt wurde. Ihr zweiter Erzählungsband, Witte veder (2007), war für verschiedene Literaturpreise nominiert. Mit beiden Bänden gewann van Hassel den BNG Literaturpreis. Im Jahr 2010 erschien bei De Bezige Bij ihr erster Roman. Nest ist ein modernes Sittenbild und zeigt in knapper, treffsicherer Sprache, untermalt von Ironie und symbolischen Zitaten, wie die Bewohner eines Villenviertels auf die Schwangerschaft eines Teenagers reagieren. Ihr jüngstes Werk, Hier blijf ik (2014), versammelt kurze Geschichten, inspiriert durch Fotoporträts Rotterdammer Menschen. Sanneke van Hassel gestaltet auch abendfüllende Programme rund um die Kurzgeschichte.

Links

  http://www.sannekevanhassel.nl   Übersetzungen   De Bezige Bij   Edition Fünf

Übersetzte Bücher

Wär mein Klavier doch ein Pferd - Erzählungen aus den Niederlanden
Edition Fünf, 2016
Übersetzung von Bettina Bach, Helga van Beuningen, Anna Carstens, Doris Hermanns, Andrea Kluitmann, Christiane Kuby



Lakonisch, direkt, mit einem klaren Blick für die Absurditäten des Lebens erzählen die Autorinnen aus dem Land an der Nordsee. Knapp und eigenwillig, aus oft schräger Perspektive richten sie den Blick auf das Persönliche, das immer auch geprägt ist durch die Historie: die nationalsozialistische Besatzungszeit und deren Nachbeben etwa oder das Verhältnis zu den ehemaligen Kolonien in Südostasien. Im Zentrum ihrer Geschichten stehen Schlüsselmomente der Kindheit, Brüche und Weichenstellungen im Erwachsenenleben, Dramen, die an den Grundfesten des Daseins rütteln.
Die Nahaufnahmen aus über hundert Jahren niederländischer Literatur beleuchten höchst unterschiedliche Situationen – manchmal alltägliche, manchmal skurril-komische, manchmal tragische Momente – und haben doch einen gemeinsamen Tenor: Sie alle loten auf ihre Weise die Grenze zwischen dem Ich und der Außenwelt aus und fragen, wo die Wahrung des Eigenen in Intoleranz mündet. Das Bild, das sie dazu von unserem Nachbarland, den Niederlanden, zeichnen, ist uns vielleicht ähnlicher, als man auf den ersten Blick vermuten mag.
Ein gelungener und anspruchsvoller Einstieg in die von Frauen geschriebenniederländische Literatur, der zum Weiterlesen animiert.

Aviva Berlin