Saskia de Coster


© Johan Jacobs
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Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
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Saskia de Coster

1976, Leuven
Sprach- und Literaturwissenschaftlerin. Bildende Künstlerin. Theaterautorin. Videokünstlerin. Meinungsmacherin.

Mit zwölf Jahren gewann sie einen journalistischen Nachwuchs-Wettbewerb. Im Jahre 2009 debütierte sie mit Onder elkaar (Untereinander), einer Geschichte über die Desintegration einer sonderbaren Familie. Mit der Familienchronik Wij en ik (Wir & ich, 2016) schrieb sie 2013 einen Bestseller, der für nahezu alle wichtigen niederländischsprachigen Literaturpreise im Rennen war. Flämische und niederländische Rezensenten betrachteten das Buch als europäisches Gegenstück zu Jonathan Franzens Freiheit. De Costers Oeuvre kennzeichnet sich durch überraschende Bilder und tiefgründige Geschichten. Inzwischen hat sie mehr als sechs Romane geschrieben, die ins Dänische, Deutsche und Tschechische übersetzt wurden.

Tom Lanoye, flämischer Großmeister der Literatur, nennt sie die eigensinnigste, bizarrste und attraktivste Feder Belgiens.

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Übersetzte Bücher

Wir & ich
Übersetzt von Isabel Hessel
Tropen, 2016
Originaltitel: Wij en ik (Prometheus, 2013)


Leseprobe

Die Mutter Neurotikerin aus altem Adel, der Vater ein Kontrollfreak, der Onkel Häftling auf Freigang, die Oma eine alte Ziegenhirtin – die Vandersandens sind so überspannt wie vermögend. Nur Einzelkind Sarah will raus aus dem goldenen Käfig. Ein herrlich ironischer Gesellschaftsroman über eine verkorkste Familie.
In der Villengegend ‘Der Berg’ spielt sich hinter hohen Hecken das geordnete und mehrfach alarmgesicherte Leben der Familie Vandersanden ab. Mutter Mieke kämmt zur Entspannung Teppichfransen. Vater Stefaan hat für jede Lebenssituation den passenden Dylan Song parat. Und Tochter Sarah muss Besuch von Schulfreunden zwei Wochen im Voraus anmelden. Bis eines Tages Miekes Bruder aus dem Gefängnis entlassen wird, sich bei Vandersandens einquartiert und Sarah die Welt jenseits des Kokons der Langeweile zeigt. Saskia de Coster erzählt von der Einsicht, dass materielle Sicherheit nicht vor dem Risiko des Lebens schützt. Und von dem Vergnügen, Ungewissheiten ins Gesicht zu lachen.
Ein bitterböser und amüsanter Roman. Saskia De Coster legt ihre Protagonisten auf den Operationstisch und seziert sie kaltblütig.

Franziska Wolffheim, Spiegel Online

Saskia de Coster erzählt so klug und erfrischend, dass man oft laut auflachen muss, bevor einem das Lachen dann doch wieder im Halse stecken bleibt. Immer wieder findet die Autorin verblüffende Bilder für scheinbar bekannte Situationen, und staunend verfolgen wir den Vandersandens in ihrem täglichen Kampf gegen Ängste, die uns doch sehr bekannt vorkommen.

Bettina Baltschev