Stefan Brijs


© Melanie Elst
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Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
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Stefan Brijs

1969, Genk.
Schriftsteller. Hat sich selbst das Schreiben beigebracht. Lebt in Spanien.


Stefan Brijs studierte auf Lehramt und arbeitete anschließend als Erzieher an seiner ehemaligen weiterführenden Schule. Im Jahr 1997 debütierte er mit dem barocken, magisch-realistischen Roman De verwording (etwa: Die Veränderung), mit dem er bereits ein großes Talent erkennen lässt. Auch der Roman Arend (2000) über einen missgestalteten Jungen, der auf der Suche nach sich selbst ist, trug ihm viel Lob ein. Der Roman De engelenmaker (2005, auf Deutsch: Der Engelmacher) über einen Arzt mit Drillingen, die Namen von Engeln tragen, brachte ihm den internationalen Durchbruch. In einem straffen, nahezu unbeteiligten Stil entwickelt Brijs einen starken Plot und zeichnet sich durch den überraschenden Zusammenhang der Motive sowie die Art und Weise aus, in der er mit ihnen spielt. Das Buch wurde sowohl im In- wie auch im Ausland mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Mit dem Ersten-Weltkriegs-Epos Post voor mevrouw Bromley (2011, auf Deutsch: Post für Mrs. Bromley) und dem antillanischen Generationenroman Maan en zon (2015, auf Deutsch: Taxi Curaçao) machte er mit dem gleichen Schwung weiter. Außer Romanen schreibt Brijs Essays wie in De vergeethoek (Die Ecke des Vergessens, 2003) sowie literarische Porträts vergessener flämischer Autoren. Sein Werk wurde in über 15 Sprachen übersetzt.

Links

  Lesezelt: Dimitri Verhulst, Eva Cossee, Stefan Brijs, & Bert Wagendorp   Meet the Makers: Bregje Hofstede, Stefan Brijs & Jaap Robben   Inspired: Stefan Brijs   http://www.stefanbrijs.be/   Niederländische Stiftung für Literatur   Übersetzungen   BTB   Atlas Contact

Übersetzte Bücher

Taxi Curaçao
BTB Verlag, 2016
Übersetzung von Stefanie Schäfer
Originaltitel: Maan en zon (Atlas Contact, 2015)



Curaçao, 1961. An einem Septembermorgen bringt der Taxifahrer Roy Tromp seinen zwölfjährigen Sohn Max zum ersten Mal in die weiterführende Schule zu Bruder Daniel. Max ist der erste in seiner Familie, der sie besuchen kann, und erweist sich als talentierter Junge, der davon träumt, Lehrer zu werden und den gesellschaftlichen Aufstieg aus der Armut zu schaffen. Bruder Daniel, der selbst von der Insel stammt, will ihm dabei helfen. Denn so prächtig der azurblaue Dodge Matador ist, mit dem Roy seinen Sohn zur Schule bringt, so bettelarm ist die Familie des Trinkers und Spielers. Vierzig Jahre später ist der Traum geplatzt und Max, der längst selbst Vater eines erwachsenen Sohnes ist, verschwindet aus heiterem Himmel in die Niederlande, womöglich für immer.
Keineswegs rührselig, sondern rasant und ergreifend erzählt Stefan Brijs diese Lebensgeschichte in seinem Generationenroman […]. Darüber hinaus verweist das Buch auf sozial-gesellschaftliche Verhältnisse: Die Erzählung ist gespickt mit Bezügen zur jüngeren Geschichte der schwarzen Antillianer.

Thomas de Veen (NRC)