Tom Lanoye


© Stephan Vanfleteren
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Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
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Tom Lanoye

1958, Sint-Niklaas.
Schriftsteller. Dichter. Kolumnist. Romancier. Metzgerssohn.


Tom Lanoye hatte sein Debüt 1985 mit dem semi-autobiographischen Roman Een slagerszoon met een brilletje (auf Deutsch: Metzgerssohn mit schriller Brille und andere Geschichten). Seither entwickelte er sich zur Rampensau, literarischen Jukebox, einflussreichen Figur in den Medien und zu einem der meistgelesenen Autoren seines Sprachraums. Er ist ein literarischer Alleskönner, der nicht nur Romane, sondern auch Bühnenstücke, Erzählbände, Kolumnen, Essays und Gedichtbände veröffentlicht, sondern auch Solobühnenshows bestreitet. Seinen Durchbruch beim breiten Publikum hatte er mit der meisterhaften Monstertrilogie. Was das Theater betrifft, setzte er, gemeinsam mit Luk Perceval, Maßstäbe mit Ten oorlog (1997), seiner Bearbeitung der Königsdramen von Shakespeare, die auch in Deutschland und Österreich, unter dem Titel Schlachten!, aufgeführt wurde. Sprakeloos (Sprachlos, 2009), ein monumentales Porträt seiner Mutter, die nach einem Schlaganfall allmählich die Sprache verliert und zusehends verfällt, schlug ein wie eine Bombe. Lanoye erhielt zahlreiche Preise für sein Werk und wurde 2007 und 2013 für sein Gesamtwerk ausgezeichnet: einmal mit der Gouden Ganzenveer und einmal mit dem Constantijn Huygens-Preis. Die Jury des Constant Huygens-Preises nannte das Oeuvre Lanoyes mit einem Wort „atemberaubend“.

Links

  http://www.lanoye.be/   Niederländische Stiftung für Literatur   Übersetzungen   Prometheus   Verlag der Autoren

Übersetzte Bücher

Königin Lear
Verlag der Autoren, 2016
Übersetzung von Rainer Kersten
Originaltitel: Koningin Lear (Prometheus, 2015)
























Königin Lear handelt, frei nach Shakespeare, von einer erfolgreichen Firmenchefin, die beschließt, ihr weltumspannendes, „systemrelevantes“ Unternehmen unter ihren drei Söhnen aufzuteilen. Doch wie bei Shakespeare verweigert sich das jüngste Kind – mit weitreichenden, zerstörerischen Konsequenzen für die Familie, die Firma und auch die (Welt-)Wirtschaft. Tom Lanoye zeichnet das Porträt einer „leading lady“, die nicht begreift, dass man eine Familie nicht wie ein Geschäft führen kann.
Lanoye hat im Text aufgeräumt und einen neuen Lear geschaffen. Er versteht es, Shakespeare zu modernisieren und wiederzubeleben, ohne in die Falle des Pastiche zu tappen.

Coen Peppelenbos - Tzum