Yves Petry


© Stephan Vanfleteren
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Frankfurter Buchmesse
Ehrengast 2016
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Yves Petry

1967, Tongeren
Autor. Essayist. Redakteur bei der Literaturzeitschrift DW B.

Studierte Mathematik und Philosophie und debütierte 1999 mit dem Roman Het jaar van de man (Das Jahr des Mannes). Es folgten Gods eigen muziek (Gottes eigene Musik) (2001), De laatste woorden van Leo Wekeman (Die letzten Worte von Leo Wekeman) (2003) und De achterblijver (Der Hinterlassene) (2006). Für De maagd Marino (2010) (In Paradisum, 2016), einen kontroversen Roman über homosexuelle, kannibalistische Liebe, wurde er mit dem Libris Literatuurprijs und dem Inktaap ausgezeichnet. 2015 erschien der Roman Liefde bij wijze van spreken (Liebe sozusagen). Außer Romanen schrieb Petry auch Essays und Theaterstücke wie De misdaad (2012) (Das Verbrechen), das Guy Cassiers als dritten Teil seiner Theatertrilogie rundum Robert Musil inszenierte.

Petry glänzt durch seinen literarischen Stil und seine treffsicheren Formulierungen.

Links

  http://yvespetry.com/   Übersetzungen   Dutch foundation for literature   De Bezige Bij   Luftschacht

Übersetzte Bücher

In Paradisum
Übersetzt von Gregor Seferens
Luftschacht, 2016
Originaltitel: De maagd Marino (De Bezige Bij, 2010)


Marino, dieser unscheinbare, farblose Marino, hat einen Mann getötet; und er hat ihn nicht nur getötet, er hat ihn zuerst entmannt, ihm dann die Kehle durchgeschnitten und Teile seines Körpers im Gefrierschrank aufbewahrt, um davon zu essen. Marino hat das allerdings auf Wunsch seines Opfers getan. Jetzt sitzt er im Gefängnis und schreibt alles auf. Eigentlich ist es nicht er, der schreibt, es ist nicht seine Stimme, die hier spricht, er notiert nur, was er diktiert bekommt ... Diese Geschichte ist tatsächlich geschehen. Dennoch ist Yves Petrys In Paradisum keine Rekonstruktion der realen Ereignisse, sondern eine Reaktion darauf. Aus einer Anekdote der Skandalpresse erschafft Petry einen tiefgründigen Roman, macht mit literarischen Mitteln das Bizarre plausibel und das Schreckliche erträglich. Er verleiht dem Opfer postum eine Stimme und stellt diese düstere folie à deux in ein überraschend romantisches Licht.

In Paradisum, Petrys fünfter Roman, gewann 2011 den prestigeträchtigen Libris Literaturpreis und ist seine erste Übersetzung ins Deutsche.
Ein treffsicheres, intrigierendes Meisterwerk.

Jury des Libris Literaturpreises